Energielabel

Von welchem Label zu welchem Label?

Welche Maßnahmen den größten Sprung bringen und welche kaum etwas ändern.

EP-CHECK 6 Min. Lesezeit
Von welchem Label zu welchem Label?

Ein besseres Energielabel beginnt mit den richtigen Maßnahmen. Nicht jede Investition bringt gleich viele Labelschritte, und die eine Maßnahme amortisiert sich deutlich schneller als die andere. Nachfolgend lesen Sie, welche Maßnahmen in der Regel den größten Effekt haben, wie das Label seit 2021 bestimmt wird und in welcher Reihenfolge Sie sinnvoll energetisch modernisieren.

Wie das Label berechnet wird

Seit dem 1. Januar 2021 wird das Energielabel mit der NTA8800-Methodik bestimmt. Ein zertifizierter EP-W-Berater nimmt die Wohnung vor Ort auf und erfasst unter anderem die Dämmung von Dach, Fassade und Boden, die Verglasung, die Anlagen für Heizung und Warmwasser, die Lüftung sowie eventuelle Solarmodule.

Das Ergebnis wird in kWh pro Quadratmeter pro Jahr ausgedrückt und in eine Labelklasse von A++++ bis einschließlich G übersetzt. Da die Aufnahme detailliert erfolgt, zählt jede Maßnahme gezielt in die Berechnung ein. Annahmen ohne Nachweis werden vermieden: Was der Berater nicht feststellen kann, wird nach pauschalen Werten angesetzt, was oft ungünstiger ausfällt als die Wirklichkeit. Eine gute Dokumentation zuvor durchgeführter Maßnahmen lohnt sich daher.

Maßnahmen mit dem größten Sprung

In den meisten bestehenden Wohnungen bringen diese Maßnahmen den größten Labelgewinn:

  • Dach- und Bodendämmung: relativ einfach anzubringen und oft ein deutlicher Labelschritt.
  • HR++- oder Dreifachverglasung anstelle von Einfach- oder altem Doppelglas.
  • Hohlraumdämmung dort, wo der Hohlraum noch nicht gefüllt ist.
  • Eine effiziente Wärmequelle, etwa eine (hybride) Wärmepumpe neben oder anstelle des Gaskessels.
  • Solarmodule, die den berechneten Energiebedarf deutlich senken.
  • Ein Solarboiler oder Wärmepumpenboiler für die Warmwasserversorgung.

Die clevere Reihenfolge der energetischen Modernisierung

Energetische Modernisierung gelingt am besten von außen nach innen. Dämmen Sie zuerst die Gebäudehülle, also Dach, Fassade, Boden und Glas. Dadurch sinkt der Wärmebedarf, der Komfort verbessert sich und Sie vermeiden, später eine zu leistungsstarke und damit zu teure Wärmepumpe zu installieren.

Erst wenn die Gebäudehülle in Ordnung ist, lohnt es sich, die Anlagen anzugehen. Eine Wärmepumpe leistet nämlich am besten bei niedrigen Vorlauftemperaturen, und diese sind nur in einer gut gedämmten Wohnung erreichbar. Diese Reihenfolge verhindert Doppelarbeit und sorgt dafür, dass jeder Euro maximal zum Label beiträgt.

Was oft enttäuscht

Einzelne, kleine Maßnahmen führen nicht immer zu einer höheren Labelklasse. Auch Komfortmaßnahmen, die wenig Einfluss auf die berechnete Energieleistung haben, können außerhalb des Labels bleiben. Ein einzelner neuer Heizkörper oder Dichtungsstreifen verschieben die Klasse nur selten.

Möchten Sie sicher wissen, welcher Schritt sich lohnt, lassen Sie vorab durchrechnen, was eine Maßnahme für Ihre konkrete Wohnung bringt. So vermeiden Sie Investitionen, die auf dem Papier wenig bewirken, und wählen gezielt die Maßnahmen, die Sie tatsächlich einen Labelschritt weiterbringen.

Was Ihnen ein Labelschritt bringt

Ein besseres Label ist mehr als ein Buchstabe auf dem Papier. Es schlägt sich direkt in niedrigeren Energiekosten und einem angenehmeren Raumklima nieder, mit weniger Zugluft und Kältestrahlung. Zudem zählt das Label bei Verkauf und Vermietung immer stärker: Käufer und Mieter achten auf die monatlichen Kosten, und ein grünes Label macht eine Wohnung nachweislich besser verkäuflich und finanzierbar. Viele Kreditgeber bieten außerdem einen größeren Kreditspielraum oder einen Zinsnachlass für energieeffiziente Wohnungen.

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